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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 600
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Frauengestalt auf dem Igel zu Leuchtenberg

Im Schloß der Leuchtenberg wird ein sonderbares Steinbild gezeigt, das eine Jungfrau darstellt, die auf einem stachligen Igel sitzt. Über den Ursprung und die Bedeutung des Bildes geht eine Sage unter dem Volk.

Es wohnte einmal auf Leuchtenberg ein strenger Herr, der hatte ein schönes, aber bis zum Übermaß fürwitziges Weib. Ihre Untugend hatte dem Ritter schon argen Verdruß bereitet, Worte und Strafen waren erfolglos geblieben. Eines Tages schwor ihr der harte Mann den Tod, falls sie sich wieder auf frevelhafter Neugier ertappen lasse. Um sie nun auf die Probe zu stellen, verkleidete er sich als Bote und brachte ein Brieflein ins Schloß mit der Weisung, das Schreiben dürfe nur von dem Grafen, nimmermehr von der Gräfin geöffnet werden; für jenen enthalte es ein freundliches Wörtlein, für diese keinen Gewinn.

Diese Worte fuhren wie ein Blitz in die Seele der Gräfin und steigerten ihre Neugierde noch durch die peinlichste Eifersucht. Rasch öffnete sie in Gegenwart des Boten Siegel und Brief; im selben Augenblick aber stand der Bote entlarvt vor ihr – ihr strenger Herr und Gemahl, der nun seines Grimms und Hohns keine Grenzen kannte. Seines Schwurs eingedenk verurteilte er die Arme zur Strafe des Igelsitzes und ließ auch nach ihrem Ende das warnende Steinbild verfertigen mit der Unterschrift: »Das macht mein Fürwitz, daß ich auf dem Igel sitz'.«

 


 

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