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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 571
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Zwerge oder Wichtlein in der Gegend von Kelheim

Vieles wissen die Umwohner von Kelheim im Altmühltal und an den Ufern der Donau von den Zwergen oder Wichtlein zu erzählen, die den Menschen als wahrhaft gute Geister in allen Hantierungen gern und hilfreich und nützlich werden. So hat es schon mancher Knecht erfahren, der abends müde vom halb bestellten Acker nach Hause fuhr, daß er des Morgens das frische Feld gepflügt und wohlbestellt fand, weil die Wichtlein des Nachts mit Eggen, Pflügen und Säen für ihn gearbeitet hatten. Und so haben sie sich oft mit dem Mähen der Wiesen den Dank der Landleute verdient. Denn wenn die Mäher sich Abends zur Ruhe begaben, haben die Wichtlein frischweg ihre Sensen zur Hand genommen, und am Morgen lag zur Freude der Schnitter das Heu auf den Wiesen.

Gar gern haben die Zwerglein auch in den Häusern die Geschäfte der Hausfrauen und Mägde übernommen. Ist einmal die Magd mit dem Aufräumen und Scheuern nicht fertig geworden, oder war das Abspülen der Geschirre vergessen oder die Wäsche nicht ganz zum Aufhängen gekommen, gleich haben sich die Wichtelmännlein abends eingefunden und die Nacht mit Spülen und Schwenken, Wischen und Waschen, Fegen und Scheuern bis zum anbrechenden Morgen gar emsig zugebracht, so daß man Rahmen und Schränke wohlgereinigt und Schüsseln und Teller spiegelblank angetroffen hat.

Die Wichtlein müssen eine Freude daran haben, den Menschen etwas Gutes und Liebes zu erweisen. So wollen Landleute oftmals unter Bäumen im Feld gedeckte Tischlein mit Braten, Wein und Fischen angetroffen haben. Andere sind mit alten (römischen) Goldmünzen von ihnen beschenkt davongegangen.

Besonders haben sie sich den Schiffern hold und freundlich erwiesen. Einmal hat ein Schiffer in der Gegend von Weltenburg »Hol über« rufen hören. Als er hinüberfuhr, ist ein Zwerg in den Kahn gestiegen; und doch sind am jenseitigen Ufer viele hundert ausgestiegen, und ein jeder hat sein richtiges Fährgeld bezahlt.

 


 

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