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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 554
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Zauberweiher zu Brückelsdorf

Einst ließen die Fischer den Zauberweiher zu Brückelsdorf ab, um die Fische herauszuholen; da kam ein fremdes Weib mit gelben Wangen und roten Augen, trat ohne Gruß in den Schlamm und nahm den größten Fisch heraus. Der Fischer rief zornig: »Laß du Hexe meine Fische, und hol sie dir vom Teufel aus der Hölle, wenn du welche nötig hast!«

Bei dieser Rede schwoll das Weib durch Zorn wie eine Kröte und sprach im Weggehen, mit ihren roten Augen nach dem Fischer schielend: »Das ist euer letzter Fang, von nun an gehört der Weiher mein; keinen Fisch sollt ihr je wieder herausnehmen.«

Seitdem ruht der Fluch auf dem Zauberweiher; denn man sieht wohl Fische schwimmen, wie aber das Wasser zum Fischen abgelassen wird, ist's auf dem Grund ganz leer.

 


 

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