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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 505
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Siehauf in Rain

In dem freundlichen Städtchen Rain befand sich auf der inneren Seite über dem Spitzbogen des Tors ein steinerner, gebarteter Mannskopf mit der Inschrift: »Sieh auf!« Dieser Kopf war nach der Volkssage ein Denkmal menschenfreundlicher Warnung, daß man beim Gehen – besonders auf dem Pflaster – vor sich hinsehen und nicht auf Uhren und andere Dinge in der Höhe seinen Blick richten solle, veranlaßt durch den Vorfall, daß jemand, der beim Gehen den alten Torturm ansah, stolperte und verunglückte.

Allein es scheint, daß dem Bild eine höhere Bedeutung innegewohnt habe, wie denn die alte Baukunst reich an Symbolen war. »Sieh auf« heißt soviel als: »Sei wachsam!« Da Rain eine Grenzfeste und als solche vielen feindlichen Angriffen ausgesetzt war, das Wahrzeichen aber an dem Tor, das ins Ausland führte, angebracht war, so mag es sein, daß einer der alten bayrischen Herzoge, denen am Besitz Rains ohnehin immer gelegen war – vielleicht Herzog Stephan der Jüngere, der die Stadt mit Mauern und Toren umgürtete –, der Stadt das Wahrzeichen verlieh als stete Erinnerung, gegen feindliche Gewalt auf der Hut zu sein.

 


 

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