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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 49
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Mohrenkopf im Lauinger Wappen

Von Schöppner.

        Ein Schuster war zu Lauingen; im Frieden flickt' er Schuh,
Im Kriege schlug er ritterlich mit seiner Klinge zu.

Da kamen die Hungaren von Osten in das Land
Auf ihren schnellen Rossen mit Morden und mit Brand.

Bei Augsburg auf dem Lechfeld geschah die große Schlacht,
Da hat der Kaiser Otto den Hunnen warm gemacht.

Da war auch unser Schuster von Lauingen dabei,
Der schlug gar manchen Schädel auf einen Hieb entzwei.

Ein Goliath der andre im Hunnenheer sich fand,
Wohl mancher deutsche Degen erlag von seiner Hand.

Da kam der wackre Schuster von Lauingen daher:
»Ei, lasset mich zusammen mit diesem alten Bär.«

Nun ging ein scharfes Klingen der blanken Schwerter los,
Es dröhnten Schild und Panzer von manchem harten Stoß.

Ein Hieb durchbrach den Schädel, er stürzt: Victoria!
Da lag der große Esel in seinem Blute da.

Und lauter Jubel schallte durchs ganze deutsche Heer,
Der Kaiser selber eilet auf seinem Roß daher.

Und eine goldne Kette, ein Mohrenkopf daran,
Die hängt der deutsche Kaiser dem braven Schuster an.

Danach beschloß zu Lauingen ein hochwohlweiser Rat,
Zu ehren eines Lauinger Schuhmachers Heldentat:

»Es soll derselbe Mohrenkopf hinfort im Wappen stehn.«
Und also ist zu selber Stund' in Lauingen geschehn.

 


 

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