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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 484
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Bruder Johann von Kempten

Zu den Zeiten Kaiser Ludwigs des Bayern lebte im Kloster Stams der Bruder Johann von Kempten, den seine Zeitgenossen als einen Mann von großer Heiligkeit und Auferbauung schildern, dem auch die Gabe der Weissagung verliehen war. Es geschah am 11. September des Jahres 1347, daß dieser Bruder im Kloster Stams andächtig die heilige Messe las. Als er nun zu den Worten der Wandlung kam, schwieg er plötzlich ein klein wenig, danach sprach er auf deutsch dreimal die Worte: »O wie weh dir ist und wird doch schier wohl besser!« Nach diesen Worten fuhr er fort, die heilige Handlung zu vollbringen.

Als er darauf das hochwürdige Sakrament genießen wollte, schwieg er abermals einige Zeit. Dann sprach er wie vorher auf deutsch dreimal die Worte: »O wie weh dir ist und wird doch schier wohl besser!«

Das alles vernahm der Altardiener, und als die Messe beendet war, fragte er demütig den Priester, was er doch mit den deutschen Worten in dem Amt der heiligen Messe gemeint oder angezeigt habe. Worauf der fromme Vater antwortete, daß Kaiser Ludwig gestorben und ihm in der Messe erschienen sei in großer Pein, aber doch schier daraus erlöst werde.

Am Abend vorher war Ludwig der Bayer bei Fürstenfeld tot vom Pferd gesunken.

 


 

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