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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 464
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Kirchen in Tollbath und Weißendorf bei Ingolstadt

In der Mauer der sehr alten Kirche zu Tollbath bei Ingolstadt ist eine männliche Figur in Stein ausgehauen, die nur einen Fuß hat. Von dieser geht folgende Sage.

Vor vielen hundert Jahren lebten in dieser Gegend zwei Riesen, die Baumeister waren und miteinander übereinkamen, daß jeder eine Kirche – der eine in Tollbath, der andere in dem eine Stunde entfernten Weißendorf –, aber in äußerst kurzer Frist erbauen sollte. Dabei machten sie zur Bedingung, daß derjenige, der seinen Bau später als der andere beenden würde, nicht nur sein Vermögen, sondern auch seine Freiheit verlieren sollte, so daß er sein ganzes künftiges Leben hindurch dem anderen als Sklave dienen müßte.

Der Anfang mit den Bauten wurde gemacht und das Werk beiderseits mit der größten Tätigkeit betrieben. Da aber der Riese in Weißendorf wahrnahm, daß der Riese in Tollbath seinen Bau eher beenden werde als er, so wurde er um so mehr hierüber ergrimmt, als sein Werk wegen allerlei Hindernissen weniger rasch vonstatten ging. Wie er erst sah, daß sein Gegner eines Tages gänzlich mit seinem Bau fertig werden, bei ihm es aber noch einen Tag länger dauern werde, kehrte sich sein Zorn in Wut; er schleuderte von Weißendorf große Steine nach Tollbath, und da dies nicht helfen wollte, warf er in dem Augenblick, wo der letzte Stein gelegt und der letzte Hammerschlag gemacht werden sollte, seinen großen Hammer mit solcher Kraft hinüber, daß dadurch das linke Bein des Riesen in Tollbath weggerissen wurde und er das Leben einbüßte.

Zum Andenken sei der Riese in Stein ausgehauen und dieser in die Kirche eingemauert worden.

 


 

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