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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 460
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Menschenfuß zu Freising

Auf der oberen Galerie der Domkirche zu Freising steht rechter Hand ein dem heiligen Sigismund geweihter Altar. Daneben hängt in einem Glaskästchen das unterste Gelenk eines Menschenfußes. Diese Reliquie unterscheidet sich von allen übrigen dadurch, daß sie nicht von einem Heiligen, sondern von einem Gotteslästerer herstammt.

Die Bauern des Dorfes Manching an der Vils, unweit Landau, kamen alljährlich am zweiten Pfingsttag in Prozession zum heiligen Sigismund nach Freising gezogen. Als sie einst schon in feierlichem Zug aus dem Dorf wallfahrteten, sahen sie einen der Nachbarn auf dem Kirschbaum sitzen und Früchte brechen. Da fragten sie ihn, warum er nicht mit ihnen nach Freising wallfahrten ginge. »Ich möchte nicht, daß ein Fuß von mir dort stünde«, rief der gottlose Bauer vom Baum herab, und siehe da – in demselben Augenblick löste sich ein Fußgelenk vom Leib des Frevlers und fiel zur Erde.

Da lag aber des Bauers Hofhund, der faßte den herabgefallenen Fuß und trug ihn, neben den Wallfahrern herlaufend, in die Domkirche nach Freising und legte ihn dort auf dem Altar des heiligen Sigismund nieder.

 


 

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