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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 446
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Kunissa von Dießen

Kunissa oder Kunigunda, Kaiser Ottos des Großen Enkelin, wurde von ihren Eltern, die zu Öhningen am Bodensee wohnten, an Friedrich II., Grafen zu Andechs, vermählt. Dieser zog nach dem Heiligen Lande und verlor dort sein Leben. Kunissa faßte den Entschluß, ihr Hab und Gut dem Dienst der Religion zu weihen; nur das Nötigste zum Lebensunterhalt behielt sie zurück. Also erhob sich zur Zeit Kaiser Heinrichs des Heiligen beim Flecken Dießen das Gotteshaus St. Stephan mit einem Kloster auf Kunissas Geheiß und Kosten.

In diesem Gotteshaus ließ die Stifterin gegen Niedergang der Sonne eine kleine Zelle für sich errichten, um dort dem Gottesdienst beiwohnen und sich der Andacht ungestört überlassen zu können.

Sooft nun die Chorherren am frühesten Morgen die Mette sangen, kam auch die fromme Kunissa von ihrem über dem Wald gelegenen Schloß Wengau in Begleitung einer Magd zur Kirche herab. Es pflegte sich die Tür jedesmal von selbst zu öffnen.

Einmal machte sie sich bei regnerischem Wetter auf den Weg. Das Bächlein, über das sie zu gehen hatte, war angeschwollen. Da zog Kunissa einen Pfahl aus der Umzäunung eines Grundstücks, um über den Bach zu setzen. Als sie darauf an das Gotteshaus gelangte, fand sie wider Erwarten die Tür geschlossen. Sogleich kam ihr in den Sinn, dies sei des Himmels Strafe, weil sie fremdes Gut angerührt habe. Da trug sie den Pfahl dahin zurück, wo sie ihn genommen hatte, worauf sie die Pforte der Kirche wie sonst geöffnet fand.

 


 

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