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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 417
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Glockengießer zu Augsburg (1)

Schon im Jahre 989 stand auf dem Perlachplatz zu Augsburg ein Wartturm, der 1036 eine Sturmglocke erhielt, da seine Lage sehr geeignet für die Feuerwache und zur Beobachtung heranrückender Feinde war. Statt dieser Glocke kam 1348 eine viel größere hinauf, zu der nur zwei Ratsabgeordnete den Schlüssel hatten. Sie wurde nur bei Hinrichtungen und am jährlichen Ratswahltag geläutet.

Es geht eine Sage, warum sie bei Hinrichtungen geläutet wurde. Während die Metallmassen für diese Glocke zum Schmelzen waren, entfernte sich der Glockengießer und hinterließ seinem Lehrling den ausdrücklichen Befehl, nichts anzurühren und alles liegenzulassen, wie es war. Der Meister aber ließ den Lehrling zu lange warten. Dieser hielt die Glockenspeise für reif zum Guß, zog den Zapfen und ließ das flüssige Metall in die Form auslaufen.

Das Werk gelang, aber der Meister war unterdessen dazugekommen und hatte im ersten Zorn über die Mißachtung seiner Befehle den Lehrling erschlagen. Als er nun für seine Missetat zum Tod geführt werden sollte, erbat er sich als letzte Gunst, die von ihm gegossene Glocke möge ihn auf seinem letzten Gang mit ihrem Schall begleiten. Die Bitte wurde gewährt, und seit der Zeit wurde die Glocke bei Hinrichtungen geläutet.

 


 

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