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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 398
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Albertus Magnus von Lauingen (2)

        Die Königin blickt durchs Fenster, ein Jüngling stand da drauß';
Sie winkt ihm von dem Söller, er sollte kommen ins Haus.

Er kam und blieb zu Nachte, und als der Tag anbrach:
»Deiner Lieb' hab ich genossen, nun geh und säume nicht lang.«

Sie nahm ihn bei den Händen und führt' ihn auf ein Brett,
An einer Schnur sie zuckte, daß er hinfallen tät'.

Hinein in ein tiefes Wasser warf ihn das falsche Weib,
Acht Jünglinge daneben, die kamen um ihren Leib.

So waren's ihrer neune, die Zahl war viel zu klein;
Den zehnten tät' sie suchen, Albertus sollt' es sein.

Der schaut in ihre Herze durch seine Schwarze Kunst,
Der ließ sich nicht betrügen von der Königin Liebesbrunst.

»Neun Knaben seh' ich schweben hier in der Kammer herum,
Dein Bett hier ist ein Schifflein, will mit mir schlagen um.«

Die Königin wurde zornig, ließ ihm binden Fuß und Hand:
»Ihr Diener, ihn zu versenken, werft ihn vom Meeresstrand.«

Und wie sie ihn geworfen tief in den Meeresgrund,
Da brachen seine Stricke, frei schwamm der Knab' zur Stund.

»Wer ihn ermordet, ich gebe mich ihm mit Leib und Blut!«
Da zischten viele Pfeile recht auf des Jünglings Brust.

Und wie der Jüngling winket, da werden zu Vögeln die Pfeil –
Der Jüngling steht im Walde, im Walde frei und heil.

Den Vögeln in die Schnäbel er seine Brieflein band;
»Die Königin mordet' neune«, darauf geschrieben stand.

Sie flogen über die Heide, wohl über Stadt und Land,
Der falschen Königinne zu offenbaren die Schand'.

 


 

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