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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 373
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Ehemannsschlegel zu Mosbach

Von Schöppner. – Mosbach; Dorf, Ldgr. Feuchtwangen an der Wörnitz.

              Zu Mosbach steht ein Baum von alten Zeiten her,
Daran ist aufgehängt ein Schlegel groß und schwer.

Ich kam des Weges auch und sah die seltne Birne,
Da wurde Deutung mir von einer Bauerndirne.

Es schlug in diesem Ort vorzeiten eine Frau
Den Rücken ihres Mannes in bösem Eifer blau.

Darob erhob sich bald gerechteste Empörung,
Es kam im ganzen Dorf zur rasenden Verschwörung.

Doch nicht dem Weibe galt's, das dessen sich vermaß,
Vielmehr dem Helden, der sein gutes Recht vergaß.

Man zog vor Hansens Tür mit Witz und Schelmenworten
Und hing dem frommen Mann den Schlegel an die Pforten.

Das ging dem Armen doch zu Herzen, und er bat
Mit reuevollem Sinn die Bauerschaft um Gnad'.

Da ward ihm auferlegt zu ziemender Kasteiung
Und seiner Sündenschuld genügender Verzeihung:

Sofort das ganze Volk für großes Ärgernus
Zu sänftigen mit Brot und Bier im Überfluß.

Mit Freuden zahlte Hans die Zeche für die Flegel,
Und von der Türe wich der ärgerliche Schlegel

Und hing von selber Stund' an einer Linde Stamm
Zur Pflichterinnerung für jedes Ehelamm.

O daß doch allerwärts der Zauberschlegel hinge
Und daß es jedem Hans wie dem zu Mosbach ginge.

 


 

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