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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 36
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Mangensprung bei Füssen

Bei Füssen bildet der Lech einen Durchbruch durch steile Felsen; das ist der Mangensprung.

      Wer immer heut' nach Füssen kommt,
Der sieht den Mangenstab;
Er betet, was dem Herzen frommt,
Und fragt nach Magnus' Grab.

Drauf weiß wohl keiner ihm Bescheid,
Weil keines nah und fern,
Doch gibt man jedem das Geleit
Zum Mangensprunge gern.

Da ist ein harter Felsenstein,
Ganz nah' am wilden Fluß,
Ein Tritt, gar tief gegraben ein,
Er ist von Magnus' Fuß.

Von da herüber sprang Sankt Mang
Zum nächsten Schroffen hin,
Wo er mit wilden Mächten rang,
Die zitterten vor ihm.

Und staunend sieht der Wandersmann
Den Tritt und weiten Sprung
Und glaubt, daß Heilige getan,
Was keinem sonst gelung.

Und glaubt, daß Glaube stärker ist
Als jeder Marmelstein;
Daß frommer Eifer schneller ist
Als jedes Vögelein.

Und kommt auch mancher Jungherr hin
Und mißt den großen Tritt,
Und ist zu weit nach seinem Sinn
Von Fels zu Fels der Schritt,

So spricht der Führer artiglich
Zu ihm an seiner Seit':
»Wohlweiser Mann, du irrest dich,
Dein Messen fehlet weit,

Der Mann, der solches hat getan,
War eine Kraftnatur;
Bemiß doch nicht den großen Mann
Nach deiner Zwergstatur!«

 


 

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