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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 327
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Ein Grabstein in der St.-Johannis-Kirche zu Dürkheim

In der Johanniskirche zu Dürkheim befindet sich ein merkwürdiger Grabstein. Darauf sind zwei Ritter in erhabener Arbeit, gerüstet und einander gegenüberliegend, dargestellt. Der eine der beiden ist ein Greis und der andere ein jüngerer Ritter. Davon geht eine alte, beinahe verklungene Sage.

Die beiden Ritter auf dem Stein stellen Vater und Sohn dar; der Sohn ermordete den Vater und darauf sich selbst. Die Ursache dessen war die Liebe des Sohnes zu einer edlen Jungfrau, mit deren Eltern der Vater in Fehde lebte. Die Eltern des Mägdleins waren auf deren dringendes Bitten zur Aussöhnung bereit und willigten in die Vermählung, doch des liebenden Sohnes Vater blieb starr und unbeugsam bei seinem Willen und seinem Haß. Die Jungfrau sank, das liebende Herz von Gram gebrochen, bald darauf ins Grab; ihr Bräutigam, dem harten Vater fluchend, zog hinaus in das für ihn tote und einsame Leben.

Da trug es sich zu, daß ein Krieg ausbrach. Vater und Sohn befanden sich bei den gegenüberstehenden Heeren. Beide stießen in der Schlacht aufeinander, und der Sohn versetzte dem Vater eine tödliche Wunde. Nach beendigter Schlacht erfuhr der Unglückliche, daß er seinen eigenen Vater getötet hatte. Vor Entsetzen starr sieht er die Leiche, stößt sich das Schwert in die Brust und sinkt lautlos neben dem Vater zu Boden.

Beide umschloß ein Sarg, wie ein Grabstein ihre Geschichte verkündet.

 


 

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