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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 317
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Das Marienbild im Dom zu Speyer (1)

Sankt Bernhard hatte sich einmal verspätet unter den Fürsten, die zu einem Reichstag gen Speyer gekommen waren, und die Stunde, wo er gewöhnlich Maria mit einem Ave zu grüßen pflegte, hatte schon längst geschlagen, als er sich seiner Säumnis erinnerte. Er lief also, sosehr er konnte, dem Dom zu und begann schon einige Schritte vor dem Altar sein Gebet: »O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria!« Das heißt: »O du gütige, o du milde, o du süße Jungfrau Maria!«

Als er aber nahe dem Altar stand, da schaute ihn die Muttergottes nicht mit ihrem sonst so freundlich lächelnden, sondern mit einem Auge voll Verweises an und fragte aus dem Bild: »Sancte Bernarde, unde tam tarde?« Das heißt: »Heiliger Bernhard, warum kommst du so spät?«

Dies war der heilige Bernhard jedoch nicht gewohnt, und er antwortete Maria mit Pauli Worten: »Mulier taceat in ecclesia!« Das heißt: »Das Weib soll schweigen in der Kirche.«

Seitdem hat das Bild kein Wort mehr gesprochen.

 


 

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