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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 307
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Finnberg bei Aschaffenburg

Von W. v. Kleudgen

        Ein roter Stein ragt in die Luft
Hoch auf des Berges Firne,
Die Wolken und ein leichter Duft
Bekrönen seine Stirne.

Zu seinen Füßen grünt der Hain;
Um Zuflucht zu gestatten,
Führt in den Berg ein Gang vom Main
Geheim in Waldesschatten.

Und wenn der liebe Hag erwacht,
Ein Schäfer seine Schafe
Zur Tränke treibt aus Berges Schacht,
Kehrt dann zum sichern Schlafe.

Zwei Fräulein sind in großer Not;
Im Schloß, von dem sie stammen –
Ach –, liegen ihre Eltern tot,
Auf geht's in lichten Flammen.

»Ach, Schäfer, unser Leid ist groß,
Dein Schutz mög' uns auch frommen!«
»Nur Lämmlein in des Berges Schoß
Mit mir zur Ruhe kommen.«

Des Hirten Schutz und Hut sie heiß,
Bis er willfährt, begehrten.
Und siehe da, als Lämmlein weiß
Vermehrten sie die Herden.

Bei lautem Kriegsgedröhn und Streit
Bannt sie im Berg ein Grauen,
Man sieht sie nur, wenn Friedenszeit
Beglückt die deutschen Gauen.

Wem dieses Schau'n, so engelrein,
Nur einmal ward beschieden
Auf goldner Trift im Sonnenschein,
Der lebt fortan im Frieden.

 


 

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