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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 296
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Kapelle im Haslocher Tal

Nicht weit von Wertheim, am rechten Ufer des Mains, liegt das Dorf Hasloch in einem reizenden Tal an der Mündung des Haselbachs. Verfolgt man das Tal der Hasel aufwärts, so kommt man an eine verfallene Kapelle, die der Wertheimer Graf Johann mit dem Bart erbaut haben soll. Johann liebte das Jagdvergnügen so leidenschaftlich, daß er sogar den Tag des Herrn mit dem wilden Treiben des Waidwerks entheiligte.

Selbst am Osterfest ließ er nicht ab davon; da sprang ein weißer Hirsch vor ihm auf und lockte den verfolgenden Jägersmann immer weiter und tiefer in den dichten Wald. Es wurde Nacht; der Graf sank schier verschmachtend zur Erde. Da gedachte er sehnsüchtig seiner lieben, frommen Hausfrau, die ihn oft so flehentlich gewarnt hatte vor dem gottlosen Übermaß der Jagdlust. Und plötzlich, wie innige Reue in ihm erwachte, hörte er neben sich ein Brünnlein rauschen; und als er gelabt und gestärkt nun weiterschritt, schallte ein Glöcklein vor ihm, immer vor ihm her, bis ihn der fromme Klang wieder auf seine Burg heimführte.

Zum Dank für die wunderbare Errettung baute der Graf an der Stätte, wo ihm die Quelle geflossen war, diese kleine Kapelle.

 


 

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