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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 278
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die luftige Brücke

Bei der alten Klosterstätte zu Frauenroth ist es der Sage nach nicht geheuer. Lodernde Feuer oder bläuliche Flämmchen werden in gewissen Nächten brennend auf dem Kirchhof oder in der Nähe der Klosterkirche erblickt, die einen großen, dort vergrabenen Schatz anzeigen.

Nicht weit von der Kirche erhebt sich ein Hügel, auf dem vor langen Zeiten erst eine Burg, dann ein Teil des Klostergebäudes stand. Von dort führte ein bedeckter Gang nach der Kirche, über den die Nonnen schritten, wenn sie sich auf dem Chor versammelten, die Horas zu singen. Man sieht noch über dem Portal die vermauerte Öffnung.

Alljährlich in gewissen heiligen Nächten erblickt man diesen Gang durch die Luft und den Zug gespenstischer Nonnen und sieht die Kirche erleuchtet, doch ist es nicht gut, lange hinzusehen; noch viel weniger, die Kirche dann zu betreten, denn in dieser halten die Geister Mette, und es knien vor dem Altar die Gestalten des Stifters und der Stifterin und hinter ihnen alle, die in der Kirche begraben wurden; von dem Haupt Beatrix' weht der weiße Schleier, und auf Ottos Haupt rauschen die Blätter eines welken Lorbeerkranzes geisterhaft im Hauch der Nacht. Nach der Mette ziehen die Nonnen alle still zurück und verschwinden im Nebel, wenn sie sich dem Hügel nähern.

 


 

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