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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 273
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Jud Schwed in Kissingen

Am Rathaus der Stadt Kissingen schaut oben ein bärtiger Mannskopf, der sich in den Haaren rauft, als Wahrzeichen herab. Das nennen die Einwohner den Jud Schwed und erzählen davon folgende Sage: Im Dreißigjährigen Krieg, als die Schweden diese ganze Gegend heimsuchten, wurde auch Kissingen von ihnen belagert und hart bedroht. Doch widerstand die Stadt tapfer und wäre vielleicht nicht erobert worden, wenn nicht ein Jude an ihr zum Verräter geworden wäre. Dieser wußte einen unbewachten Ausgang durch die Mauer und führte die Feinde dort herein. Doch empfing er seinen Lohn, und zum Andenken wurde sein Bild, wie er sich aus Reue die Haare ausrauft, am Rathaus befestigt. Hernach kam es auch, daß man ihn und die Seinen nicht mehr bei ihrem wahren Namen, der der Vergessenheit überliefert wurde, rief, sondern Schwed zur ewigen Erinnerung; und dieser blieb auch, denn noch heute leben Nachkommen von ihm in Kissingen.

Eine andere Sage von diesem Juden kündet aber gerade das Gegenteil der vorstehenden. Nach dieser goß der Jude für die Bürger Kugeln, die die geheimnisvolle Eigenschaft hatten, unfehlbar zu treffen, und den Schweden so tödlich wurden, daß sie abziehen mußten. Darauf wurde des Juden Kopf als Erinnerungszeichen dankbar am Rathaus angebracht.

 


 

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