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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 271
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Des Dörfchens Name

Von J. Ruttor

          Am Ufer einst der Saale
Ein Dörfchen ward erbaut;
Es lacht im Sonnenstrahle
So niedlich und so traut.

Wieviel der Wandrer kamen
An diesen neuen Ort,
Erfuhren keinen Namen
Und reisten wieder fort.

Des Dörfchens schlichte Leute –
Mit Sprachkunst unbekannt,
Da jedermann sich scheute –
Hatten's noch nicht benannt.

Einst kam auf seinem Wege
Ein Wandrer in den Gau;
Und in dem Feldgehege
Stand eine alte Frau.

Und nach dem Dörfchen deutet
Der junge Wandersmann;
Und da er näher schreitet,
Zu fragen er begann:

»Ist's Euer Dorf, das niedlich
Mir dort entgegenlacht?
Es scheinet mir so friedlich,
Von stiller Luft umfacht!«

Kaum hat sie dies vernommen,
Da eilet sie nach Haus;
Im Dörfchen angekommen,
Ruft sie voll Freuden aus:

»O hört es, gute Leute,
Dies Dörfchen, unbekannt,
Es werd' von uns seit heute
Stets ›Euerdorf‹ genannt.

Denn wißt es, daß soeben
Ein Mann – mir unbekannt –
Den Namen ihm gegeben,
Es ›Euerdorf‹ genannt.«

»Ja«, riefen froh die Leute,
»Ihn hat uns Gott gesandt.« –
Das Dörfchen wird bis heute
Noch »Euerdorf« genannt.

 


 

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