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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 224
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die langen Schranken

Im Bereich der alten Stadt liegt ein schöner, ebener Platz, der jetzt mit Obstbäumen bewachsen ist. Hier, sagt man, sei vorzeiten der Turnierplatz gewesen, daher habe sich der Name »die langen Schranken« noch bis auf den heutigen Tag fortgeerbt.

Einst war ein glänzendes Turnier angestellt, zu dem kamen viele fremde Ritter. Einer von ihnen erblickte unter den anwesenden Damen eine, die wohl auch fremd sein mochte und deren Schönheit ihn so bezauberte und umstrickte, daß er sich zu ihrem Kämpfer weihte und jedem den Handschuh hinwarf, der ihr nicht den Preis der Schönheit zugestehen wollte. Er blieb auch wirklich Sieger, streckte alle Gegner in den Sand und nahte nun sittlich der Holden, die ein meergrünes Kleid trug, um ihren Dank zu empfangen.

Sie lächelte ihn liebreich und holdselig an; aber wie wurde ihm, als er dabei wahrnahm, daß sie grüne Zähne hatte? Er bebte zurück, sie stieß einen Schrei aus, verwandelte sich in ein Seeweiblein und rutschte auf dem Schlangenleib dem Main zu, in den sie sich stürzte und auf dessen Oberfläche sie eine Weile fortschwamm, bis sie niedertauchte und den Blicken der staunenden Herren und Damen entschwand. Da tat sich der Ritter seine Waffen und seine Rüstung ab und trat als Mönch in einen der strengsten Orden.

 


 

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