Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 217
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Des Bischofs Jagd

Von Ludwig Braunfels. – Die Volkssage liebt es, schalkhaft zu werden, vorab in Deutung der Ortsnamen.

                    's war in der guten alten Zeit;
Der Bischof und sein Jagdgeleit,
Die täten mal aufs Pirschen gehn.
Er sprach: »Heut muß was Rechts geschehn!
Mir schwant's fürwahr, daß diese Jagd
Noch unsern Enkeln baß beklagt.«

Nun treibt der Bischof im Revier
Ein Häslein auf – ein zartes Tier;
Doch schnell entspringt's ins Uferfeld.
»Ach, Has' fort!« seufzt der fromme Held.
Zum Denkmal für dies große Wort
Das Städtlein Haßfurt baut' er dort.

Und wie er schier den Mut verlor,
Da blicken plötzlich halb hervor
Zwei Hasenlöffel hinterm Kraut,
»Ha, der is!« ruft der Bischof laut.
Zum Denkmal für dies große Wort
Das Kloster Theres baut' er dort.

Der Has' vergoß sein junges Blut.
Da sprach der Bischof wohlgemut:
»Auf Pirschen bürsten, heißt der Reim;
Drum, habt ihr Jäger Durst, geht heim!«
Zum Denkmal für dies große Wort
Das Dörflein Gädheim baut' er dort.

O Vorzeit, die in Stein und Erz
Verkörpert fürstlich frommen Scherz!
Wo Stadt und Dorf und Kloster flugs
Aus der Geschichte Boden wuchs!
O Zeit, wir weckten dich so gern;
Doch ach – du schläfst den Schlaf des Herrn.

 


 

 << Kapitel 216  Kapitel 218 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.