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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 211
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Bamberger Waage (2)

Von K. F. G. Wetzel

        Zu Bamberg in dem Dome
Ruht Kaiser Heinrich wohl,
Der zweite dieses Namens,
Den jeder deutschen Samens
Mit Recht hochhalten soll.

Auf seinem Grab gehauen
Steht die Gerechtigkeit,
Zu ihrer Hand die Waage;
Davon geht eine Sage
Aus grauer Väterzeit.

Das Zünglein an der Waage
Nicht ganz die Mitte hält;
Wann's aber gleich wird stehen,
Wird man anbrechen sehen
Das Ende dieser Welt.

In Walser Land bei Salzburg
Ein wilder Birnbaum ist;
Ganz ausgedorrt zu schauen,
Der, einmal umgehauen,
Frisch immer wieder sprießt.

Wenn er zum vierten Male
Ausschlägt und Früchte trägt,
Wird sein in Walserfelden
Wohl eine Schlacht der Helden,
So all die Bösen schlägt.

Dann herrschen die Gerechten
Auf Erden eine Zeit
Noch vor dem Jüngsten Tage,
Bis ihnen steht die Waage
Ew'ger Gerechtigkeit.

 


 

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