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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 202
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Dombau zu Bamberg

Von August Kopisch.

        Beim Dombau zu Bamberg ging es zu langsam her,
Da betete Frau Baba, auf daß es anders wär'!
Nun schenkt' ihr Gott ein Wunder. Damit war's so bestellt:
Sie bracht' an jedem Abend eine große Schüssel Geld,
Die setzt' sie an die Pforte, und jeder Werkmann nahm
Sich selber seine Löhnung, wie er vorüberkam.
Doch mehr als er verdiente, konnt' er nicht nehmen dort;
Und wollt' er mehr sich langen, so rollt' es wieder fort.
Den Fleißigen schmeckt es süße wie lauter Honigseim;
Gewaltig griffen die Faulen, doch brachten sie wenig heim.
Da wurden sie endlich wacker; nun bauten sie den Chor,
Nun setzten sie Stein auf Stein da, nun stieg der Dom empor!
Es blieb Frau Babas Schüssel fast bis zur Hälfte voll,
Tagtäglich war sie leichter; nun ging es, wie es soll!
Tagtäglich blieb ein Groschen, nun war's der rechte Zug!
Am Groschen war zu merken, es hab' ein jeder g'nug.
Frau Baba sprach: »Das Wunder ist Bild vom Himmelreich;
Da gibt es keinen Faulen, da schafft ein jeder gleich;
Was Gott sie heißt, vollbringen die Engel in schnellem Flug,
Und wessen jeder wert ist, des hat ein jeder genug.«

 


 

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