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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 186
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Gräfin Beatrix von Orlamünde oder 'Die Weiße Frau auf der Plassenburg'

Beatrix, des Grafen Otto von Orlamünde eheliche Gemahlin, eine geborene Herzogin von Meran, verlor frühzeitig ihren Herrn. Sie war aber von ungemeiner Schönheit und wohnte zu Plassenburg mit ihren Kindern, einem Knäblein und einem Mägdlein, beide unter zwei Jahren. Wie nun der Witwe seltene Schönheit dem jungen Burggrafen Albrecht zu Nürnberg behagte, so erklärte er einstmals seine keusche Liebe, vorgebend, wenn nicht vier Augen im Wege stünden, wollte er mit dieser Witwe zu Plassenburg eine Heirat anschlagen.

Sogleich hinterbrachten dieses Wort des Burggrafen die heimlichen Ohrenbläser der Gräfin zu Plassenburg. Weil nun dies ihren Ohren schmeichelte, auch ihren Lüsten wohl gefiel, sann sie darauf, wie sie die Kinder aus dem Weg räumen könnte. Und damit es das Ansehen hätte, als wären sie an einer heftigen Krankheit gestorben und schnellen Todes verfahren, so durchstach sie den Wirbel auf dem Haupt beider mit einer Nadel und tötete so ihre leiblichen Kinder.

Etliche wissen, die Gräfin sei eine Tochter des Landgrafen Ulrich von Leuchtenberg gewesen und habe sich 1321 mit dem Grafen Otto von Orlamünde verheiratet. Auch wird sie bald Agnes, bald Kunigunde geheißen.

Die Leichname der ermordeten Kinder seien in dem nahen Zisterzienser-Nonnenkloster Himmelkron beigesetzt worden. Die Gräfin selbst habe in einem Kerker zu Hof Buße getan oder sei, wie sich noch heutigen Tages die Leute der Gegend erzählen, als Büßerin auf bloßen Knien von Plassenburg bis nach Himmelkron gerückt.

 


 

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