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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 183
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der lange Mann in der Mordgasse zu Hof

Vor diesem Sterben (der Pest zu Hof 1519) hat sich bei Nacht ein großer schwarzer, langer Mann in der Mordgasse sehen lassen, der mit seinen ausgebreiteten Schenkeln die zwei Seiten der Gassen betreten und mit dem Kopf hoch über die Häuser gereicht hat; diesen hat eine Frau Walpurga Widmännin, da sie eines Abends durch diese Gasse hat gehen müssen, selbst gesehen, wie er den einen Fuß bei der Einfahrt des Wirtshauses, den anderen gegenüber auf der anderen Seite bei dem großen Haus gehabt hat. Als sie aber vor Schrecken nicht gewußt hat, ob sie zurück- oder fortgehen soll, hat sie es in Gottes Namen gewagt, ein Kreuz vor sich gemacht und ist mitten durch die Gasse und also zwischen seinen Beinen durchgegangen, weil sie ohne das Kreuz fürchten mußte, das Gespenst möchte ihr nacheilen.

Als sie kaum durchgekommen war, schlug das Gespenst seine Beine hinter ihr so hart zusammen, daß sich ein so großes Geprassel erhob, als wenn die Häuser der ganzen Mordgasse einfielen. – Es folgte darauf die große Pest, und das Sterben fing in der Mordgasse zuerst an.

 


 

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