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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 169
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Siegmund Wann aus Wunsiedel

Siegmund Wann aus Wunsiedel lernte, einer älteren Chronik zufolge, das Bäckerhandwerk und wanderte sodann in seiner Profession nach Venedig. Dort lernte er im Haus einer geborenen Walin deren Magd kennen und verliebte sich in diese. Einstmals fragte ihn die Dirn, ob er sich nicht lieber ein reiches Mädchen wählen möchte – sie wüßte eines, das ihn wohl erhören würde. Da antwortete der getreue Siegmund, er möchte keine andere als sie, und wenn auch eine Goldkönigin ihn liebte.

Darüber freute sich die Magd ausnehmend und sagte: »Nun gut, so will ich es mit dir wagen. Ich besitze die geheime Kunst, aus schlechten Metallen Gold und Silber zu scheiden; und da du ein redliches Herz bist, so will ich keine Magd mehr sein – wie ich es bisher zu deiner Prüfung tat –, wohl aber deine getreue Hausfrau und deines Städtleins daheim ehrsame Bürgerin.«

Darauf verständigten sich die beiden, und Siegmund Wann nahm die welsche Braut mit nach Wunsiedel; dort wurde sie ihm christlich angetraut.

Mit Hilfe seiner Frau gewann nun der ehemalige Bäckergeselle durch die Kunst der Alchemie große Reichtümer. Da ihre Ehe jedoch kinderlos blieb, so erbaute Wann ein herrliches Hospital und machte die von Eger darüber zu Schutzherren. Diesen gab er eine große Summe Geldes, dafür mußten sie alljährlich in das Hospital nach Wunsiedel 410 Goldgulden zur Unterstützung zwölf ehrlicher alter Männer und dreier Priester geben.

Bei diesem Hospital steht auch eine feine Kirche, die ebenfalls von Siegmund Wann gegründet wurde. In dieser bezeichnet eine Gedächtnistafel mit den Bildnissen jenes wackeren Ehepaares das Andenken ihrer Segnungen.

 


 

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