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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 143
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Sankt Hiltegund zu Münchaurach

Sankt Hiltegund wurde mit sechs Schwestern von ihren Eltern adelig und in Gottesfurcht aufgezogen. Als aber ihr Vater und ihre Mutter starben, gelobte sie Gott, Keuschheit ihres Leibes zu bewahren. Hierauf nahm sie Graf Göswein von Höchstatt, der ihr Freund war, zu sich und hielt sie wie eine seiner Töchter. Da wurde Sankt Hiltegund durch Graf Hermann von Höchstatt, Pfalzgrafen bei Rhein, an einen bayrischen Herrn verlobt, der mit großem Volk zu Höchstatt lag.

Als nun Graf Hermann mit dem Bräutigam gen Aurach kam, das zu dieser Zeit nur ein Schloß war mit einer Kapelle, die St. Peter geweiht war, ging Sankt Hiltegund früh in die Kapelle, beichtete und empfing den Leichnam unseres Herrn Jesu Christi. Der Bräutigam aber und seine Leute aßen und tranken und wollten danach gen Bayern auf die Hochzeit reiten. Als das Sankt Hiltegund vernahm, ging sie abermals in die Kapelle und bat Gott, daß er sie eher ihren Geist aufgeben als ihre Reinheit verlieren lasse. Da verschied Sankt Hiltegund vor dem Altar, und ihre Seele wurde von den Engeln zu den ewigen Freuden geführt.

Danach wollte sie der Bräutigam tot heim gen Bayern führen, aber niemand konnte den Leichnam bewegen, also wurde sie auf dieser Stätte ehrlich begraben.

Nach einiger Zeit erschien Sankt Hiltegund Graf Hermanns Kapellan und ermahnte ihn, daß er dem Grafen sage, daß er ihren Erbteil an das Kloster gebe. Aber dieser getraute es ihm vor Furcht nicht zu sagen. Da erschien Sankt Hiltegund dem Kaplan zum drittenmal und gab ihm ungestüm einen Backenstreich, von dem er das Zeichen sein Lebtag trug. Da sagte der Kaplan dem Grafen das Wunderwerk, aber der Graf glaubte ihm nicht.

Nun ritt Graf Gösweins Sohn, Graf Hermann, nach Lamparten zu König Konrad auf den Tag von des römischen Reichs wegen. Und als sie in eine Stadt kamen, da fiel ein Berg über die Stadt, und der junge Graf Hermann und viele andere Menschen wurden erschlagen. Als das Graf Göswein hörte, daß sein Sohn tot war, da baute er das Kloster und gab all sein Gut dazu und verließ mit seiner Hausfrau Luitgard alles, was sie hatten, und sie kamen in das Kloster. Hier wohnte der Graf in Gottesfurcht bei den Menschen, und die Gräfin ließ sich verschließen mit fünf Jungfrauen, und sie lebten tugendlich bis an ihr Ende. Diese liegen zu Münchaurach im Kapitel begraben.

 


 

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