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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1369
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Welfensage

Herzog Balthasar von Schwaben hatte Herzog Albans von München Tochter zur Ehe, die gebar ihm in vierzehn Jahren kein Kind. Da hatte der Herzog einen Jäger, dem er in allen Dingen traute; mit dem legte er's an, wenn des Jägers Frau schwanger würde, daß er es heimlich hielte, so sollte seine Gemahlin tun, als ob sie schwanger wäre. Wenn dann sein Weib genese, solle er das Kind bringen und es die Herzogin für ihres ausgeben.

Das geschah. Da war große Freude, und sie nannten das Kind Bundus. Nun hatten des Jägers Nachbarn in derselben Nacht etwas ungeheures gehört, die fragten, was es gewesen wäre. Er sagte ihnen, seine Jagdhunde hätten gewelft.

Als der Knabe vierzehn Jahre alt war, da wollte er nun bei den Jägern sein; und als er in dem zweiundzwanzigsten Jahr war, starb der alte Herzog; da wollten sie dem jungen eine Frau geben: die Herzogin von Geldern. Indessen erschlug der Jäger einen am Hof und wurde in den Turm gelegt; da kam des Jägers Weib, begehrte heimlich mit dem Herrn zu reden. Das trieb sie so ernstlich, daß sie der Herr hereingehen hieß und jedermann hinaus. Da fiel sie ihm um den Hals und sprach: »Herzlieber Sohn!« Und sie sagte ihm, daß der Jäger sein Vater wäre und daß beide dieselbe Gestalt hätten. Da erschrak er von Herzen und sandte nach seinem Beichtvater; der wollte ihm nicht raten, ein Weib zu nehmen; er würde dann seine Seele verlieren. Da nahm er Hugos, des Herrn vom Heiligenberg, Sohn zu sich und hieß ihm die Herzogin von Geldern geben mit aller Landesherren Willen; und er kam mit ihnen überein, daß dieser sein Lebtag des Herzogtum haben und beherrschen sollte.

Herzog Bundus aber nahm viel Geld und einige liegende Güter, damit kam er ins Gotteshaus Altorf und diente Gott ernstlich neunundzwanzig Jahre. Und als er sterben wollte, sandte er nach Herzog Hugo und den mächtigsten Landesherren und offenbarte ihnen, wes Sohn er wäre und den ganzen Verlauf. Da wurde er Herzog Wolf (Welf) geheißen und so ins Gedächtnis geschrieben.

 


 

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