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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1352
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Herzog Heinrich in Bayern

Herzog Heinrich zu Bayern, dessen Tochter Elsbeth nach Brandenburg heiratete und die die Märker nur »dat schön Elsken ut Bayern« nannten, soll das Rotwild zu sehr liebgehabt und den Bauern die Rüden durch die Zäune gejagt haben. Doch hielt er guten Frieden und litt Reuterei oder – wie die Kaufleute sagten – Räuberei gar nicht im Lande. Die Kaufleute hießen sein Reich »Im Rosengarten«. Die Reuter aber klagten und sagten: »Kein Wolf mag sich in seinem Land erhalten und dem Strang entrinnen.«

Man sagt auch sonst von ihm, daß er seine Vormünder, die ihn in großen Verlust gebracht hatten, ehe er zu seinen Jahren kam, gewaltig gehaßt habe.

Einmal, als er über Land ritt, begegnete ihm ein Karren, beladen mit Häfen. Nun kaufte er den ganzen Karren, stellte die Häfen nebeneinander auf und hob an, jeden Häfen zu fragen: »Wes bist du?«

Antwortete dieser darauf: »Des Herzogs«, so sprach dieser: »Nun mußt du es bezahlen«, und zerschlug ihn.

Welcher Häfen aber sagte, er gehöre dem Regenten, dem tat er nichts, sondern zog das Hütel vor ihm ab. Später sagte er: »So haben meine Regenten mit mir regiert.«

Man nannte ihn nur den reichen Herzog; den Turm zu Burghausen soll er mit Gold ausgefüllt haben.

 


 

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