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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1338
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Gattin Warnung

Von A. Kaufmann. – Spessartsage.

            O schließ ihn nicht, den düstern Bund,
Wie lockend auch das Gold dir lachet!
Es weilt in unerforschtem Grund
Der Alte, der den Zweig bewachet.

Jedweder kehrt mit wirrem Sinn,
Der nach der Eibe Zauber suchteVor den Eiben
Kein Zauber kann bleiben.
;
Nur Lug und Trug war sein Gewinn,
Dem selbst der Eigner endlich fluchte.

O such nicht nach dem Eibenzweig,
Und gäb' er tausend Zauberkünste,
Du würdest doch nicht wahrhaft reich
Und schlügst nur an auf Rauch und Dünste.

Wohl zollten Tiefen dir den Sold,
Drin Silbers blaue Blüte sprießet;
Wohl schlügst du an aufs rote Gold,
Das in des Spessarts Adern fließet;

Wohl öffnete der düstre Schacht
Dir seiner Schlüfte Demantschätze,
Und manche Quelle spräng' mit Macht,
Die deine Wiesengründe letze –

Doch an das Herz, o sprich, ans Herz,
Drin einzig wahre Schätze weben,
O schlügest du auf solch ein Erz
Die Rute an, den Hort zu heben?

O schließ ihn nicht, den düstern Bund,
Wie lockend auch das Gold dir lachet;
Laß ihn im unerforschten Grund,
Den Alten, der den Zweig bewachet!

Macht meine Liebe dich nicht reich?
Laß meine Liebe dich behüten.
Die Liebe sei der Zauberzweig,
Der wecke deines Herzens Blüten!

 


 

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