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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1337
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Haslocher Weinbergmann

Wer gerne guten Wein trinkt, der gehe nur nach Hasloch, eine Stunde von Wertheim, den Main abwärts; da wächst ein herrlicher Roter. Vor vielen Jahren war einmal ein treffliches Weinjahr; die Weinbergleute konnten nicht genug Fässer auftreiben, um den reichlichen Segen unterzubringen. Ein wohlhabender Bauer fuhr mit hellem Geklingel und übervollen Kufen nach Hause zurück; da trat ihm plötzlich ein armer Greis in den Weg und bat ihn um eine Traube; der Bauer aber schwang die Peitsche, drehte sich herum und fuhr, ohne auf die Bitte des Armen zu hören, weiter. Da wünschte ihm der Greis, er möge samt seinen Trauben versinken.

Plötzlich spaltete sich die Erde, und Bauer, Pferde und Kufen waren in einem Nu verschwunden; aber auch der Bettler war nicht mehr zu sehen. Jedes Jahr nun, wenn der Wein gerät, will der Weinbergmann heraus und nach seinen Trauben sehen; er knallt mit der Peitsche, und die Glöcklein der Pferde klingen so hell aus der Erde hervor, daß jedem, der es hört, das Herz vor Freude schlägt.

Je heller es klingt, um so besser – sagen die Landleute – werde das Weinjahr.

 


 

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