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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1332
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Sonntagskinder

Auch hier nur ein Beispiel für viele zur Veranschaulichung dieser Art von Aberglauben.

Der Erzähler hatte eine alte Magd, die war ein Sonntagskind, wie sie selber sagte. Sie hätte schon als Kind großes Glück haben können, wenn sie es zu benutzen gewußt hätte. In einem Haus, wo sie früher diente, sollte nach allgemeiner Aussage ein Schatz verborgen sein. Nun mußte sie einmal in später Nacht noch etwas holen. Als sie die Stiege hinaufstieg, sah sie mitten auf der Stiege drei große Laib Brot liegen, so schön braun und resch gebacken, geradeso, wie die Köchin das Brot für die Herrschaft lieferte. Schau, dachte sie bei sich, jetzt hat die Magd das Brot geholt, noch was vergessen und derweil die Laibe so auf die Stiege gelegt. Das muß ich der Frau sagen.

Die wußte aber nichts davon; sie ging gleich mit der Magd hinunter – aber da war kein Brot mehr zu sehen.

Ein andermal sieht sie auf dem Herd in der Küche einen Haufen roter Bohnen liegen, geht hin und fragt die Köchin, wo sie doch die Bohnen her habe und warum sie diese auf dem Herd liegen lasse. Die Köchin weiß nichts davon, sieht nach – die Bohnen waren verschwunden.

Wieder einmal ging die Magd in den Garten, da sah sie in einem Winkel eine Menge Scherben von Glas und Geschirr liegen. Es waren Stücke von allerhand schönen Farben. Ei, dachte sie, da muß ich doch den Kindern etliche zum Spielen mitnehmen; sie raffte ein paar auf und schob sie in die Tasche. Abends, wie alles im Zimmer beisammen war, wollte sie den Kindern die Scherben zum Spielen geben, langte danach und – hatte ebenso viele Gold- und Silberstücke in Händen. Alles lief nun in den Garten, da war aber von den Scherben keine Spur mehr vorhanden.

 


 

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