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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 125
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Teufelsmauer, der Wilde Jäger und Frau Holla

Von einer sonst wohl resolvierten Person wurde versichert, daß, als sie zwischen Oberhochstatt und Burg Salach auf ordentlicher Straße, die von den Römern Vallum genannt wurde, die »Teufelsmauer« mit einem guten Pferd nächtlicherweile passierte, so habe das Pferd ungemein geschnaubt und geschnarcht und ganz ungemeine Posituren und Sätze gemacht.

Desgleichen erzählt man, daß zu gewissen Zeiten in der Gegend Teilenhofen und Riedern bei dem dicken Wald, Herleshohe genannt, des öfteren ein abscheuliches und fürchterliches Jagdgetöse, bellende Hunde nebst einem gräßlichen Geheul, Schreien und Rufen der Jäger, und was sonst bei hitzigen, zumal Parforcejagden vorgeht, gehört wurden, die bei einem furiosen Trieb bald nahe, bald in der Ferne zu sein erachtet werden.

Ein Bauer hat erzählt, daß ihm dieses wütende Heer einst bei Tag begegnet sei. Er habe nämlich von fern lauter Schatten auf sich zukommen sehen, da sei er nun aus dem Weg getreten, weil den Bauern dieses Blendwerk nicht unbekannt ist, und er habe Pferde, Jagdhunde und Menschen mit Spießen, doch aber nur im Schatten und ohne Geschrei wahrgenommen.

Die gemeinen Leute sagen auch, wenn eine Weibsperson den Tag vor Weihnachten ihren Rocken nicht abspinne, so käme die Frau Holla und täte ihr einen stinkenden Possen darein. Weil sie für die heidnische Diana oder Jagdgöttin gehalten wird, so sagt man auch von ihr, sie durchstreiche das Land mit einem Wilden oder Wütenden Heer, bei dem man Hunde bellen, Jagdhörner, Jägergeschrei u. dgl. höre, aber meistenteils nur bloßen Schatten sehe.

 


 

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