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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1219
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Sagenhaftes vom uralten Dorf Schöngeising

Die alten Römer haben auf der großen Straße, die sie von Salzburg nach Augsburg geführt haben, an der Ammer eine Station angelegt, die sie Ad Ambras nannten. Dieser Ort war aber nicht bloß ein fester Platz, sondern auch eine Stadt, wovon noch heutzutage Spuren im Dorf Schöngeising vorhanden sind. Man hat im Dorf selbst und ganz in dessen Nähe schon viele Grundmauern ausgegraben, auch schönes Pflaster gefunden. Noch steht zu Schöngeising eine Mauer, etwa zweihundert Schuh lang und acht Schuh hoch, die vormals zwei Bauernhöfe und ein Schloß umfangen hat. Letzteres ist erst im neunzehnten Jahrhundert abgebrochen worden und aus seinen Steinen wurde der gegenwärtige Pfarrhof gebaut. Auch soll sich durch den Anger beim Dorf eine fortlaufende Grundmauer ziehen, der man überall bei Aufgrabungen begegne.

Vor dem Platz, auf dem die Kirche steht, soll ein römisches Bad gestanden sein und durch zwei von der Ammer abfließende Kanäle das Wasser erhalten haben. In der Nähe der Kirche fand man früher altes Geschirr, Laternen, Glasstücke und dergleichen. Den Namen des Ortes leitet der Bauer von den Geißen her, die die Römer in dieser Stadt gehalten hätten. Auch soll der Ort einmal den Namen Sonnendorf geführt haben. Dies scheint aber eine Verwechslung mit dem Namen Sonderburg zu sein, das ganz in der Nähe lag.

Die Hunnen sollen Schöngeising verwüstet haben, obschon sie in der Nähe des Ortes eine bedeutende Niederlage erlitten hätten, namentlich im Geisinger Forst, wo man es die »Brünste« heißt. Auf diesem Platz werden sehr viele kleine Hufeisen – angeblich von Maultieren – gefunden. Nachdem sich der Ort von der Verwüstung erholt hatte und schönere Häuser als zuvor gebaut worden sind, hat man ihm den Namen Schöngeising gegeben.

Um das Dorf herum standen ehedem fünf Säulen, von denen nur mehr zwei übriggeblieben sind. Diese Säulen sollen gerade da stehen, wo die Tore der Stadt waren, die nur eine mittelmäßige Größe gehabt haben kann.

Die ältere Bewohner von Schöngeising halten viel auf den wichtigen Ursprung ihres Dorfes und erzählen mit einem gewissen Stolz ihren Kindern, daß Schöngeising eine Stadt der Römer gewesen sei, wie sie denn auch noch etliche Römermünzen als Belege vorzeigen können.

 


 

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