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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1213
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die drei Raben

Vor mehr als fünfzig Jahren ist zu München ein Advokat am Schlagfluß gestorben, der war sein Leben lang ein arger Rabulist und Beutelschneider gewesen und hatte sich kein Gewissen gemacht, Witwen und Waisen um ihr gutes Recht zu bringen, wenn er dafür bezahlt wurde. Wenn so einer stirbt, flüstern sich die Leute allerhand in die Ohren; bei diesem aber hat sich noch etwas ganz Absonderliches zugetragen:

Als er tot war und die Seelennonne den Leichnam hergerichtet, zwei Lichtlein angezündet und ein Kruzifix dazwischengestellt hatte, gingen die Leute, wie's der Brauch ist, aus und ein, den Toten anzuschauen. Geweint hat aber niemand. Vor dem Haus waren viele versammelt, murmelten dies und das, und Gott wolle seiner armen Seele gnädig sein. Siehe da – auf einmal rauscht etwas durch die Luft, fliegen zwei großmächtige Raben ans Fenster und hacken so lange mit ihren Schnäbeln drauflos, bis die Scherben klirren und – zum Erstaunen des Volkes – noch ein schwarzer Vogel aus dem Zimmer herausfliegt. Während die Menge auseinanderstob, flogen die drei Raben davon.

Im Totenzimmer waren plötzlich die Lichter verlöscht und das Kruzifix umgestürzt. Gleich darauf soll auch der Leichnam über und über schwarz geworden sein.

 


 

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