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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1203
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Wie das Gotteshaus zu Aufkirchen erbaut worden ist

Am Starnberger See, nicht weit vom Lusthaus des Kurfürsten aus Bayern, stand vor vielen Jahren die Pfarrkirche, die wegen Baufälligkeit und weil sie die Pfarrkinder nicht mehr aufnehmen konnte, neu errichtet werden sollte. Nun entstand ein Streit, ob man sie am alten Ort oder besser hinaus in das Feld bauen sollte. Um den Streit zu schlichten, hat man den Grundstein auf einen Wagen gelegt, zwei Ochsen angespannt, und wo sie ihn frei und unangetrieben hinführen würden, dort sollte die Kirche gebaut werden.

Darauf sind die Ochsen mit dem Stein der alten Kirche zugefahren. Einer von ihnen ist auf den Stein zurückgetreten und hat seine Fußstapfen eingedrückt. Danach ist das Fundament gelegt worden und der Bau bald unter das Dach gekommen.

Inzwischen aber entstand aus dem See ein solcher Sturmwind, daß die Maurer und Bauleute in höchster Gefahr gestanden sind; aber durch Hilfe der Muttergottes, die des Teufels List und Kräfte gedämmt hat, ist ihnen nicht das geringste Leid widerfahren. Die Bauern, die das Bauholz zuführten, haben wahrgenommen, daß diejenigen, die ihren Pferden und Ochsen mehr aufgeladen haben, leichter fortkämen als die, die weniger aufgeladen haben. Einer von ihnen wollte seine Rößlein schonen, legte absichtlich das geringste Hölzlein auf, konnte aber weder mit Treiben noch mit Schlägen die Rosse fortbringen, bis er nach dem Rat anderer noch ein Holz zulegte, worauf die schlechten Rößlein alles mit wenig Mühe zur Kirche zogen, die im Jahre 1500 vollendet und am Sonntag nach St.-Gallus-Tag, am 16. Oktober, der Muttergottes geweiht wurde.

 


 

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