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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1189
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Woher das Dorf Aufkirch bei Kaufbeuren seinen Namen hat

Am Ausgang des Kaltentals, unfern des jetzt noch majestätisch dastehenden Römerturms zu Helmishofen liegt am östlichen Hang das Dorf Aufkirch, dessen Name folgenden Ursprungs sein soll. Die Bewohner wollten die Kirche, die in der Niederung manche Wassergefahr zu bestehen hatte, an einen passenderen Ort verlegen, wo sie geschützter wäre. Sie machten sich also – starke Leute, wie sie waren – daran, die Kirche zu verschieben.

Derweil sie an der Arbeit waren, brannte heftig die Mittagssonne. Einer mußte von Zeit zu Zeit hinter die Mauer gehen und nachsehen, ob die Kirche noch keinen Rucker getan hätte. »Jetzt fällt mir was ein«, rief plötzlich der Gemeindevorstand. »Mir ist es so recht luderisch heiß, ich leg' meinen ›Schopen‹ [kurzes Wams] hinter die Mauer, da sehen wir gleich, wie weit wir mit ›Schieben‹ kommen.«

Gesagt, getan! Dem Vorstand machten's auch die anderen nach; jeder wollte an seinem »Schopen« sehen, was die Kirche für einen Rucker getan hätte. Jetzt ging es wieder an die Arbeit, und sie spreizten ihre Füße aus und lupften mit ihren Achseln an der Mauer, daß der Schweiß das Bergele herabrann, wobei der Gemeindevorstand immerzu schrie: »Auf! Kirch! – Auf! Kirch!«

Inzwischen hatte ein Schalk die Schopen hinter der Kirche weggenommen. Als der Vorstand nun wieder nachsehen wollte, wie nahe sie schon an den »Schöpen« seien, und keinen davon mehr wahrnahm, lief er eiligst zu den anderen zurück und schrie: »Land gau, land gau, 's isch scho lang gnue, wir sind schon über d' Schöpe naus.«

Von dieser Begebenheit her heißt das Dorf Aufkirch bis auf den heutigen Tag.

 


 

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