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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1147
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der grindige Hainz

Im Jahre 1320 war zu Nürnberg einer vom Geschlecht der Hainzen, den man den grindigen Hainz nannte, da er in seiner Jugend mit dem Grind behaftet gewesen war. Sein Vor- oder Taufname ist Konrad gewesen. Dieser Mann besaß großen Reichtum und hatte seine Wohnung in einem Garten vor der Stadt.

Einmal, da er in seinem Garten sich zu schaffen gemacht hatte und von der großen Sonnenhitze ermüdet war, legte er sich unter das Schattendach einer Linde, die auf einer kleinen Anhöhe stand. Als er nun eingeschlafen war, träumte ihm, wie er in seinem Garten einen sehr großen Schatz fände, aber leider kein Werkzeug bei sich hätte, um nachgraben und den Schatz heben zu können, weshalb er eine Handvoll Lindenblätter auf die Stelle streute und so den Ort, wo der Schatz läge, bezeichnete.

Als er nun aus diesem Traum erwachte, ging er sogleich im Garten herum und kam wunderbarerweise an einen Ort, der mit Blättern bezeichnet war. Weil aber diese Blätter rechte und natürliche Blätter waren, so dachte Hainz, das sei doch kein bloßer Traum, sondern göttliche Eingebung gewesen, er faßte auch sogleich den Entschluß, falls sich der Traum bewährte, wollte er den ganzen Schatz den Armen zukommen lassen. Hierauf legte er mit den Seinigen Hand an, und siehe, als man eine Weile fortgegraben hatte, fand sich wirklich der Schatz. Nun stattete der Hainz dem Rat Bericht ab, wie er gesonnen sei, sein Gelübde zu vollbringen. Dazu kaufte er das Jungfrauenklösterlein »Zum Himmelsthron«, ließ es abtragen und ein Spital dahin bauen. Die Nonnen wanderten nach Gründbach. Der Stifter des Spitals hat auch zwölf Chorschüler verordnet, die täglich zu gewissen Stunden in dem Spital psallieren sollten.

Später wurde aber der grindige Hainz Konrad Groß geheißen und führte die dreiundzwanzig Blättlein, die zum Zeichen des Schatzes auf dem Platz gelegen waren, samt dem Hügel, auf dem er geschlafen hatte, zum ewigen Gedächtnis in seinem Wappen, das ihm Kaiser Ludwig bestätigte.

 


 

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