Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1146
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Albrecht Dürer im Munde des Volkes

Nürnb. Mundart von Joh. Wolfgang Weikart.

                  Amoal dau sen die Künstler höt (hier)
Zsamm af ihr Stubn kumma,
Und jeder haut a Kunststück gmacht
Und haut si gscheit zsammgnumma.
Am End mouß ah der Dürer dro,
Der sagt: »I mach's, su gout i ko«,
Und nehmt a Stückla Kreidn

Und macht an Kras hi af'n Tisch,
In d' Mitt' an Tupfen nei.
»An Zirkel her!« Mer schlägt 'n o,
Meinad, der Kras trifft ei.
Ötz dau sen s' gstanden wöi von Sta,
Sie söhgn anander o – alla
Es is halt doch su gwösn.

Von Kaiser Maximilian
Dös kon i nit verschweign,
Der is a Freund von Dürer gwöst,
A Kunstfreund ohnagleichn.
Amoal, dau geiht 'r grod verbei,
Su keihrt 'r ba sein Albrecht ei,
Es is nit 's eirschtmoal gwösn.

Der Dürer ruckt 'n glei an Stouhl,
Der Kaiser ober sagt:
»Horcht, Albrecht, i ho wos in Kupf,
I glab, we mer's su macht,
Gebt ner a Stück Reißkuhln her,
I zeichen's Euch – es is nit schwer,
Ihr werdt mi scho begreifen.«

Su fängt der Max zon zeichna o,
Alla die Kuhln kracht,
Bricht alli Trit – der Kaiser brummt,
Der Dürer häit gern g'lacht.
Und ötz probiert er's no amoal,
Sie bricht halt wieder – »Blitz und Stroahl!«
Su fängt 'r ötz o z' flouchn.

Der Dürer waß scho, wos er mant,
Su nehmt er halt die Kuhln
Und zeichnt's hi – sie bricht nit o.
»Mi soll der Gukkuk huln,
Wenn i's nit su wöi Ihr hob gmacht,
Ötz ba Euch hält's, ba mir haut's kracht«,
Su platzt er raus, der Kaiser.

»Ga [ja], Gstrenger«, sagt der Dürer draf,
»Die Kunst, döi is mei Reich,
Mei Szepter is die Kuhln dau,
Und mir paröiern s' gleich;
Denn wenn Ihr a no moaln könnt,
Wos bleibet unseran am End'?
Regiert Ihr – uns laßt moaln!«

Und af a Mauern haut amoal
Der Dürer moalen möissn,
Er siehgt von seiner Lattern roh
In Kaiser und will gröißn.
Dau wankt die Lattern – »Greift zua, Leut',
Halt aner doch die Lattern!« schreit
Der Kaiser ganz derschrockn.

Alla die Ritter und Hofherrn,
Döi laussn dös schöi bleibn.
»An Moaler d' Lattern haltn? Ga!
Worum nit d' Farbn reibn?«
Su brumme s' – kaner will's nit tou.
Dau greift der Kaiser selber zou
Und hält – meinad! – die Lattern.

Nau sagt er: »Ritter, wöi ihr seid,
Döi mach' i alli Tog,
Suviel i will – i zöig mei Schwert,
Es kost mi ner an Schlog;
Ka Kaiser macht an Dürer mir,
Sei Hand ist meiher wert als ihr
Und no a Dutzed solchi.«

 


 

 << Kapitel 1145  Kapitel 1147 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.