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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1138
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Ordelbach zu Eichstätt

Hinter dem Kloster der heiligen Walpurga zu Eichstätt durchbricht den nördlichen Teil der um die Stadt sich ziehenden Mauer, die sich hier am Abhang des Berges hinzieht, ein weit vorspringender Fels, dessen dem Kloster zugekehrte Seite eine senkrechte, etwa achtzig Schuh hohe und zwanzig Schuh breite Wand bildet. In der Mitte dieser Wand, in einer Höhe von ungefähr dreißig Schuh, befindet sich eine Öffnung von ungefähr zehn Schuh Höhe und drei Schuh Breite. Durch diesen Riß drängen, wenn es einige Zeit geregnet hat oder wenn die auf der nördlichen Bergebene gelegenen Schneemassen im Frühling schmelzen, gewaltige Wassermassen heraus, die sich oft so sehr vergrößern, daß man befürchten möchte, sie zersprengen den Fels. Der Wasserstrom stürzt in die Tiefe, läuft unter dem Kloster in einen künstlichen Kanal ab und fließt in die Altmühl. Das Getöse des stürzenden Wassers wird weithin gehört. Es ist ein großartiges Schauspiel, das auch stets viele Zuschauer herbeizieht.

Dieser Wasserfall heißt der Ordelbach. Von ihm geht nun in der Stadt die Sage, daß er einst sein Becken und sein Tor sprengen und in solcher Wucht herausströmen werde, daß er Kloster und Stadt vernichten würde. Diese Katastrophe kann nur dadurch verzögert (nach einer anderen Überlieferung für immer verhindert) werden, daß an einem bestimmten Tag des Jahres von den Klosterfrauen heiliges Öl, das aus den Gebeinen der heiligen Walpurga fließt, in die Öffnung der Felswand gegossen wird.

 


 

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