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Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1134
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Turm zu Altmannstein

Von J. A. Pangkofer

          Von Schlosses Wäll' und Mauern
Der Turm tat ganz allein
Jahrhunderte ausdauern,
Der Turm zu Altmannstein.

Des Baues runde Säule
Ragt auf der Felsenkant,
Drin haust der Geist des Fräule,
Schön Else ist's benannt.

Sie wandelt auf dem Kreise
In jedes Vollmonds Licht.
Und aus dem Rande leise
Sie einen Quader bricht.

Und stürzt den Stein hernieder
Mit dumpfem Schlage schwer,
Daß hallt das Echo wider,
Dann freut sie sich gar sehr.

Der Vater, fluchend beiden,
Erschlug, der um sie buhlt',
Noch immer muß sie leiden
Ob des Verrates Schuld.

Herr Altmann, geht die Sage,
Flucht' sterbend: »Nimmer Ruh',
Solang ein Stein zutage
Noch steht, sollst leiden du.«

Drum wenn sie geht vom Berge,
Dann schleppen wiederum,
Dienstbar dem Fluch, die Zwerge
Hinauf das Mauertrumm.

Nichts helfen Müh' und Freuden
Zum Trotz dem Vaterschwur,
Da mit dem Unbereuten
Im Bunde die Natur.

 


 

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