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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1130
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Kinderwürgerinnen

Im Dorf Thann im Landgericht Beilngries lebte ein Ehepaar, das keine Kinder aufbringen konnte. Einige Stunden, höchstens einige Wochen nach der Geburt wurden sie krank, am ganzen Körper blau und starben. Man sagte allgemein, sie würden jedesmal von den Hexen erwürgt. Einmal brachten die beiden ein Kind bis zu einem halben Jahr, da wurde es plötzlich krank, verdrehte die Augen, den Kopf und die Glieder, wurde förmlich emporgehoben und erlitt die gräßlichsten Zuckungen. Sie liefen zum Pfarrer mit der Bitte, er möge ihnen wider diese Hexerei Beistand leisten. Der Pfarrer erklärte ihnen, daß das Kind an Krämpfen leide, und verwies sie an den Arzt. Da liefen sie zu einem anderen Geistlichen, der kam und tröstete und betete.

Zwei Weiber im Dorf aber wollten zusehen, wie der Geistliche die Hexen austreibe, lauschten an der Tür und schauten durch das Schlüsselloch. Da fuhr plötzlich die Tür auf, und man sah die Weiber dort stehen.

Im Dorf verbreitete sich nun allgemein die Sage, daß der Geistliche durch seine Beschwörungsformel die Weiber herzitiert habe und daß sie die Hexen seien, die die Kinder erwürgten.

Das Gerede wurde noch ärger, als das Kind wirklich starb, und wenn im Dorf jemandem etwas Schlimmes begegnete, so wurde es diesen beiden Hexen zugeschoben.

 


 

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