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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1124
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Buchberg bei Berngau

Auf dem Buchberg, einem sattelförmigen Berg zwischen Berngau, Neumarkt und Reichertshofen, wohnten einst Riesen. Den Beweis hiervon lieferte ein großer Stein, der Reifenstein genannt, der noch jetzt in der Nähe des Hüthauses von Berngau liegt und von diesen Riesen vom Buchberg hierher geworfen wurde. Wenn nämlich die Riesen auf diesen Bergen im Holz arbeiteten, warfen sie sich oft von einem Berg zum anderen, einander aushelfend, Holzschlegel und Eisenkeile zu.

Auf dem Berg ist auch eine Felsenkluft, der Teufelskeller genannt. In dieser steht ein goldener Wagen mit goldener Deichsel, aber es hat sich noch niemand in die Tiefe dieser Schlucht gewagt, um ihn zu holen.

Am Fuß desselben Berges zwischen Reichertshofen und Berngau liegt ein Stück Land, die Obersau genannt. Hier wühlte ein Wildschwein die Glocken aus der Erde, die jetzt in der Kirche von Berngau hängen, wie ein allgemein bekannter Spruch sagt:

Die Glocken von Berngau
Hat ausgewühlt eine Wildsau,
Ward getragen von einer Hirtenfrau
Nach Berngau.

Die Glocke gab einen so starken Ton, daß man sie bis Nürnberg hörte.

Die Nürnberger verdroß es, daß in einem Dorf eine so große Glocke sei, und sie nahmen deshalb die Glocke mit nach Nürnberg. Hier aber gab die Glocke keinen Ton mehr. Man machte deshalb zwei Glocken daraus, die jetzt noch in Berngau hängen. Noch heute soll die Glocke, wenn sie bei Sturm oder Brand angeschlagen wird, mitunter einen Klang haben, der mit dem Grunzen eines Ebers Ähnlichkeit hat.

 


 

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