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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1123
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Hammer

Auf den Bergen, die das freundliche Tal der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz umschließen, standen vor alters viele Burgen, wie Buchberg, Staufenberg, Dillburg, Ottenberg, der Heinrichsbürg, Heimburg und der Wolfstein. Von letzteren beiden sind noch bedeutende Mauerwerke, Reste von Türmen, Gemächern und Gewölben zu sehen, von den übrigen nur noch Wälle, Gräben und hie und da Grundmauern.

Von drei dieser Burgen, die eine Stunde und darüber voneinander entfernt sind, nämlich dem Wolfstein, der Heimburg und der Heinrichsbürg, geht die Sage, daß sie gleichzeitig von einem Baumeister erbaut worden seien. Dieser Meister führte einen Hammer, den er oft von einer Burg zur anderen warf, um seine Werkleute zur Arbeit anzutreiben. Als die Schlösser fertig waren, warf er den Hammer in die Lüfte, da soll dieser gerade im Mittelpunkt zwischen den drei Burgen herabgefallen und in der Erde versunken sein; wenn er aber gefunden wird, erstehen die drei Burgen in neuem Glanz.

Während der Arbeiten am Ludwigskanal, wo tiefe Erdeinschnitte durch das Tal gemacht wurden, die dem mutmaßlichen Mittelpunkt zwischen den drei Burgen nahekommen mochten, glaubten die Erdarbeiter manchmal verkohlte Stücke des Hammerstiels, ja wohl den zu Schwefeleisen verwitterten Hammer selbst gefunden zu haben, und mancher dabei Beteiligte träumte sich schon als wohlbestellter Kastellan oder wohl gar Burgherr in einem der neuerstandenen Schlösser. Es muß demnach doch nicht der rechte Hammer gefunden worden sein, zumal die Burgen täglich mehr zusammensinken.

 


 

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