Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1091
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Das Zigeunergrab bei Weißenstadt

Von J. V. W. Seybold.

          In der Winternächte Grauen,
Wenn die Flocken niederfallen,
Sieht man Kinder, Männer, Frauen
Dort hinan den Hügel wallen.

Ärmliche Gewänder fliegen
Um die magern, schlanken Leiber,
Und den nackten Säugling wiegen
Tiefbesorgt die braunen Weiber.

Trauernd lassen sie sich nieder
Um ein schnell geschürtes Feuer.
Es ertönen Klagelieder;
Melancholisch klingt die Leier.

Färbt das Morgenlicht die Matten,
Dann wird ringsum tiefes Schweigen.
In die Hügel sieht als Schatten
Man darauf die Wesen steigen.

In dem stillen Löstengrunde
Hat man diese Schar erschlagen
Und dann in der Abendstunde
Auf die Höhe dort getragen.

Einmal jährlich steigen nieder
Auf den Schreckensplatz die Toten –
Und dann geht's zur Höhe wieder
In den ungeweihten Boden.

 


 

 << Kapitel 1090  Kapitel 1092 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.