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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 109
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Dollinger (3)

Von Franz Schmidt

        Wer denkt wohl auf dem Heidplatz im grauen Regensburg
Noch, wie der Heide Krako wild ritt die Straßen durch.
Mit rohem Hohngelächter rief er: »All Christenkind
Bewähr mit mir im Kampfe, was Christengötter sind.«
Er kam an Körperlänge nah einem Reiterspeer,
Gleich einer Hand an Breite war seine Seitenwehr.
Die Haut vom Elefanten umzog ihm Hals und Brust,
Er schwang die Eisenstange, als übt' er Jägerlust.
Es dröhnten bang die Straßen von seines Rosses Huf,
Es weinten Kind und Mutter, erscholl sein Todesruf.
Da klirrten auf die Riegel von eines Bürgers Haus –
Es ritt hervor mit Mute Hans Dollinger zum Strauß.
Sie haben hart gerungen mit Stößen, Hieb und Stich,
Bis Hansens Adern flossen und er wie leblos wich.
Es scholl der Heiden Jubel, bang schwieg die Christenschar –
Als zwischen beiden Streitern man ward ein Kreuz gewahr,
Von frommer Hand erhoben, wie Mondenflimmerlicht.
Da bäumt sich Krakos Mähre, und seine Lanze bricht.
Vom Christenspeer getroffen sank er erblaßt und schrie:
»Daß ich der Christen Götter zum Kampf gefordert nie!« –
Ihr Regensburger Bürger, die ihr am Heidplatz wohnt,
merkt euch, wie Gottvertrauen stets unser Heiland lohnt.

 


 

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