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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1080
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Das alte Schloß von Saalenstein

Folgt man von Hof aus südlich dem Lauf der Saale, so liegt an deren linkem Ufer, zwischen den Dörfern Unterkotzau und Saalenstein, da, wo sich die Göstra über Felsenblöcke den Weg in die Saale bahnt, auf waldbewachsener Anhöhe die Trümmerstätte der alten Burg Saalenstein; im Munde der Landleute nur das »alte Schloß« genannt. Diese Burg gehörte zu Kaiser Heinrichs IV. Zeiten einem wilden Ritter, der das Faustrecht nach damaligem Brauch übte, wo er nur konnte. Da er aber die Untertanen der benachbarten Edelleute auch nicht verschonte, so beschlossen diese, dem Unfug ein Ende zu machen, nahmen seine Burg mit Sturm ein, wobei er selbst sein Leben einbüßte, und ließen das Raubnest schleifen. Seit dieser Zeit liegt die Burg in Trümmern.

Die umwohnenden Landleute und alte Jäger behaupten, in der Nähe dieser Burgstätte sei es nicht geheuer, auch wagt niemand nachts diese Stelle zu betreten. Hirten wollen zu verschiedenen Tageszeiten eine Weiße Frau gesehen haben, die von der Burgstätte herab an das Ufer der Göstra steigt, dort ein Tüchlein wäscht und wieder verschwindet. Kleine Männchen sollen das Vieh auf der Weide beängstigen; eilen die Hirten nun da hin, wo sie die Männlein sehen, so finden sie an deren Stelle ein Stück Moos oder Baumwurzeln.

Noch geht die Sage, es lägen in den Kellergewölben des zerstörten Schlosses die von den Rittern geraubten Schätze verborgen. Am St.-Johannis-Tag um zwölf Uhr mittags soll auf der Burgstätte eine Johannisblume erblühen. Wer so glücklich ist, diese zu finden und mit der Wurzel auszureißen, dem wird dadurch die Macht verliehen, die verborgenen Schätze zu heben.

 


 

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