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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1077
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Sagenhafte Schwänke im Fichtelgebirge

Von vielen Orten des Fichtelgebirges gehen seit langer Zeit ergötzliche Sagen im Volk um, mit denen sich die einzelnen Ortschaften stets einander aufziehen und necken. Von der schönen, freundlichen Stadt Münchberg weiß jedes Kind in der Umgegend die »Münchberger Bärenjagd« zu erzählen.

Es wurde einst der Bürgerschaft gemeldet, in einem nahen Wald habe sich schon des öfteren ein grimmiger Bär sehen lassen, auf den solle man ein Jagen anstellen, daß das Land sauber werde. Da beschloß denn ein wohlweiser Rat, das Jagen abhalten zu lassen; viele der ersten Bürger fanden sich wohlbewehrt dazu ein. So ging es mutig hinaus; der gefährliche Wald wurde umstellt, und die Jagd begann. Aber siehe – Entsetzen und Ärgernis der ehrsamen Bürger! – heraus kam ein schwarzer, dickwolliger – Pudel, den man für einen Bären gehalten hatte! Das war das Münchberger Abenteuer, einst besungen in lieblichen Versen, die uns leider nicht mehr zur Verfügung stehen.

Von dem Flecken Zell wird gar erzählt, seine Einwohner wären einst mit langen, langen Stangen in Masse auf den nahen Heideberg gezogen, um – den Mond herunterzustechen! Es sei ihnen dies aber trotz aller Mühe nicht gelungen.

Die Weißenstädter sahen einst in ihrem großen Weiher ein arges Ungetüm schwimmen. »Das ist ein Waldfisch!« hieß es (ein üblicher Ausdruck für Walfisch). Schnell versammelte sich die gesamte Einwohnerschaft auf dem Damm, und das Schießen nach der Bestie nahm seinen Anfang. Kugel um Kugel fuhr in den schwarzen Rücken. Die Wellen führten das Ungetüm endlich heran – was war es? Ein unschuldiger Backkübel, mit dem das Wasser sein Spiel getrieben hatte.

Wo aber der Name Gefrees herstammt, das wissen die Leute recht wohl zu sagen. Wenn vorzeiten die Fuhrleute auf der großen Heerstraße daherzogen, da freuten sie sich schon im voraus auf das schmucke Städtchen und sagten schmunzelnd zueinander: »Wenn mer nach Gaferles kumma, kriegen mer a guts Gfraaß!« Zuletzt wurde dann Gaferles in Gefrees umgetauft.

 


 

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