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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 1058
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Baderstiftung

Es lebte ein reicher Mann zu Bamberg, der war jähzornigen und wilden Herzens. Er hatte eine einzige Tochter, die mußte ihn eines Tages – man weiß nicht, wodurch – erzürnt haben, denn er stürzte wütend auf sie los und verfolgte sie lange durch die Stadt, bis ins Freie und bis in den nahen Wald, der die Flüchtige vor dem Wütenden in Schutz nahm.

Aber nun stand die Arme allein und verlassen in dem dunklen Forst und wußte nicht, was sie in ihrem Jammer beginnen sollte. Traurig wandelte sie eine Zeitlang immer tiefer und tiefer in den Wald; endlich wußte sie keinen Ausweg mehr, während die Sonne schon unterging und die Dämmerung einbrach. In solcher Bedrängnis warf sich das Mägdlein auf seine Knie nieder und flehte zum himmlischen Vater um Errettung aus der Not.

Danach machte sich die Jungfrau neu gestärkt auf den Weg, als ihr auf einmal zwei Handwerksgesellen, ein Bäcker und ein Bader, begegneten, sie freundlich begrüßten und auf dem nächsten Weg nach Bamberg geleiteten. Matt wie ein gescheuchtes Reh gelangte sie am späten Abend nach Bamberg. Am anderen Morgen aber entsagte sie dieser Welt und nahm bei St. Klara den Schleier. Der beiden Gesellen aber, die sie aus dem Wald führten, gedachte sie dankbar durch eine Stiftung für kranke Bäcker- und Badergesellen.

 


 

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